Ein Buch von Nonna Martina

Ein Buch von Nonna Martina

Die Region um den Gardasee zieht wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer touristischen Top-Organisation unzählige Besucherin ihren Bann. Neben den tollen Angeboten im Freizeit-und Outdoorbereich verführt natürlich die regionale Küche zum Schlemmen. Nun wurde ein längst vergessen geglaubter Schatz alter und traditioneller Rezepte entdeckt, der in ein Buch gefasst als "Le ricette di Martina Clarissa Dannunziana" veröffentlicht wird.

Gefunden wurde das wertvolle Büchlein vom Enkel der Verfasserin, dem Besitzer der Villa Sostaga in Gargnano, dem ehrwürdigen Gabriele Seresina. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, allen voran dem Bürgermeister von Gardone Riviera, entstand dieses liebenswürdige Projekt, das sich der sorgfältig aufgeschriebenen Rezepte der Martina annimmt und ihnen zu späten Ehren verhilft. Sie war die Köchin des berühmten italienischen Schriftstellers und Dichters D`Annunzio, der von 1863 bis 1938 die italienische Literatur und das "Dolce Vita" in der Region um Garda bereicherte. Da der Schriftsteller bekannt für seinen Hang zu üppigen und wunderschön anzusehenden Gaumenfreuden war, kann man davon ausgehen, dass Martina, seine Lieblingsangestellte im Haushalt, ihn nur allzu sehr verwöhnt hatte. Einzigartig und herrlich mundend sollen ihre zubereiteten Speisen gewesen sein, sodass D´Annunzio ganz begeistert war und in höchsten Tönen von Martina schwärmte.

Die Speisen waren vor allem mit Butter und Schmalz zubereitet, denn Öl war zu dieser Zeit sehr teuer. D´Annunzio liebte Süßigkeiten und Liköre, die unter der Küchenleitung Martinas nie fehlten, da sie sich sehr um das Wohlergehen ihres Herrn kümmerte.
D'Annunzio liebte Eier, Vorspeisen, Suppen und Gnocchi waren überhaupt sein Leibgericht. Martina bereitete ihre Menüs mit der Hingabe einer Frau zu, deren oberstes Ziel die Zufriedenheit ihres Herrn war.

Der Küchenchef der Villa Sostaga Pierlorenzo Minini attestiert Martina ein Vermögen, einfache Gerichte großartig schmecken zu lassen. Er glaubt, dass es ihr als Frau auch besonders gelang, den Speisen nicht nur Raffinesse in ästhetischer Hinsicht, auf die D´Annunzio pochte, einzuhauchen, sondern dass es ihr ebenfalls gelang, eine positive Stimmung unter die Speisenden zu bringen, wie es eben nur eine Frau, die mit Liebe kocht, schaffen kann. Die verwendeten Zutaten sind ein Spiegel der Region, manche Zubereitungsarten unterscheiden sich von den aktuellen. Jedoch sind die Rezepte Martinas wert, nicht in Vergessenheit zu geraten. Der Gardasee mit seinem Umland ist immer einen Besuch wert, aber vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, in manchen Restaurants eine moderne Variation der historischen Rezepte Martinas zu probieren und die Kulinarik längst vergangener Zeiten am Gaumen genussvoll zu spüren und aufleben zu lassen.



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