Grotte di Catullo - Ausflug in die Geschichte von Sirmione

Grotte di Catullo - Ausflug in die Geschichte von Sirmione

Am Südufer des Gardasees von Sirmione gelegen, liegen die Catullo Höhlen, die als eine der bedeutendsten Überreste einer römischen Villa bezeichnet werden. Die Grotten di Catullo sind die Überreste einer römischen Anlage und werden als größte ihrer Art im nördlichen Italien angesehen.

Geschichte
Bereits im ersten Jahrhundert v.Chr. wurde der imposante Komplex angelegt und im weiteren Verlauf der Geschichte erst in der neuen Zeitrechnung teilweise restauriert. Nach der Überlieferung wird vermutet, dass die Überreste dieser Anlage einmal ein herrschaftlicher Wohnsitz waren. Das Domizil aus der Römerzeit war dreistöckig, mit Fresken reichlich verziert und hatte einen etwa 158 Meter langen Säulengang. Die Geschichtsschreiber sagen aus, dass im 2. Jahrhundert n.Chr. eine Thermalanlage mit Schwefelwasser aus der Boiola-Quelle eingerichtet wurde.

Archäologie
Bis heute hat die Wissenschaft noch nicht alle Teile des Ruinenfeldes archäologisch erforscht, aber es wird davon ausgegangen, dass aufgrund der luxuriösen Ausstattung, sowie der besonderen Lage, ein vermögender Besitzer hier seinen Wohnsitz hatte.

Namensgebung
Über die Namensgebung der Grotte di Catullo gibt es widersprüchliche Angaben, denn es ist kaum nachvollziehbar, dass der römische Dichter Catull ein reicher Mann war. Lange wurde angenommen, dass der Poet Besitzer dieses großen Anwesens war, weil er sich in seinen Aufzeichnungen als "Herr der Insel" gerühmt hatte. Es wird daher vermutet, dass er aufgrund dieser Titulierung irrtümlich als Eigentümer bezeichnet wurde. Die erste detaillierte bildliche Darstellung der Villenruine ist auf einem Relief aus dem 19. Jahrhundert dargestellt. Die beeindruckenden Überreste römischer Baukunst sind ein bedeutendes Beispiel römischer Baukunst im gesamten Bereich von Norditalien.

Während der französischen Besatzung im Jahre 1801 und in den folgenden 150 Jahren fanden immer wieder Grabungen statt. Heute ist nur noch ein Bruchteil der römischen Anlage vorhanden, wobei der herrschaftliche Teil der Villa im Obergeschoss am schlechtesten erhalten ist. Im südlichen Vorbau war der Haupteingang der Villa mit langen Säulengängen und Terrassen, sowie einem herrlichen Blick auf den Gardasee. Eine große Aussichtsplattform mit einem Sonnensegel, dem sogenannten Velarium, befand sich an der nördlichen Seite der Villa. Noch heute können die Besucher auf der Ostseite den gedeckten Wandelgang besichtigen.

Weitere Highlights
Im Mittelteil der römischen Villa war ein großer Garten und unter dem Südteil das "Opus Spicatum" mit Ährenmuster gefliest, unter dem sich eine große Zisterne befand, aus der das Regenwasser für den täglichen Gebrauch entnommen wurde.

Im Innern der Ruinen wurde im Jahre 1999 ein Museum eröffnet, das Funde aus Ausgrabungen der Villa und Teile aus anderen römischen Villen des Gardasees beherbergt.

​Die Ausgrabungsstätte befindet sich am äußersten Zipfel der Halbinsel und ist zu Fuß oder mit der E-Minibahn erreichbar.

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