Forra Straße, atemberaubende Aussichten

Forra Straße, atemberaubende Aussichten

Nicht nur die Gardesana am Ufer des Gardasees, sondern auch eine Reihe weiterer aufsehenerregender Straßenprojekte hat die raue Berglandschaft in der Umgebung des Sees aufzuweisen. Eine der berühmtesten ist die Strada della Forra (Straße der Schlucht) am Westufer ein paar Kilometer südlich von Limone sul Garda. Der kleine Ort Pieve de Tremosine gehört zu den 18 weit verstreuten Dörfern, die zur Gemeinde Tremosine zusammengefasst sind. Um diesen ca. 350 über dem Meeresspiegel liegenden einsamen Ort mit Tremosine zu verbinden, wurde die Strada della Forra zu Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Bis zu ihrer Fertigstellung war Pieve lediglich über einen steilen Bergpfad zu erreichen, den selbst die geübtesten Esel nicht bewältigen konnten. Von der Bergseite gab es seinerzeit keine Verbindung, so dass die Bewohner jeglichen Bedarf an Materialien und Lebensmitteln auf den eigenen Schultern ins Dorf tragen mussten. Der Hafen wurde von kleineren Lastkähnen angefahren, erst die Dampfschifffahrt erleichterte den Transport wesentlich.

Das mag sich romantisch anhören, war aber für die Menschen bis zum Bau der Strada della Forra eine Quelle alltäglicher großer Mühen. Daher war die Einweihung der neuen Straße eine nicht nur örtliche Sensation. Durch die aufwendige Bauweise der Straße, die heute offiziell als Landstraße Nr. 38 bezeichnet wird, nahm die Erstellung mehrere Jahre in Anspruch. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Straße weitgehend den Tälern und Schluchten des Wildbachs Brasa folgt.

​In gewagten Serpentinen schlängelt sich die Strada della Forra durch den Berg. Schmale Felsdurchfahrten wechseln sich minütlich mit Panoramaaussichten auf den Gardasee ab. Dadurch ändert sich auch ständig der Lichteinfall, so dass sich dem nachhaltig reisenden Touristen unvergessliche Eindrücke eröffnen. Wer allerdings die Wegstrecke von ca. sechs Kilometern nach Tremosine als Rallyestrecke versteht, dem werden sich diese Aussichten nicht so einprägen. Denn dieser „Motorsportler“ wird genug damit zu tun haben, den Wagen auf dieser engen Straße mit den schmalen Durchlässen und Serpentinen unter Kontrolle zu behalten.



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