Arena in Verona

Arena in Verona

Nach dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua ist die Arena in Verona das drittgrößte Amphitheater, das noch aus der Römerzeit erhalten ist. Es gilt auch als das am besten erhaltene Amphitheater, da es im Gegensatz zum Kolosseum in Rom nicht als Steinbruch genutzt wurde, sondern durch die Jahrhunderte sehr gepflegt wurde. Gebaut wurde es um 30 nach Christus. Platz finden dort heute noch bis zu 22.000 Zuschauer, ursprünglich waren es über 30.000. Die Fassade aus Kalkstein ist heute bis auf einen kleinen Teil nicht mehr erhalten, da sie nach einem Erdbeben 1117 einstürzte, und die Steine dann dazu genutzt wurden, Häuser zu bauen, da Verona im Mittelalter anfing zu wachsen. Als das Theater gebaut wurde, befand es sich noch ausserhalb der ursprünglichen Stadtmauer, erst später, während einer Belagerung durch die Barbaren wurde die Mauer erweitert, und damit das Theater mit eingeschlossen. Genutzt wurde das Theater vor allem für Gladiatorenkämpfe oder andere Spektakel, wie zum Beispiel Hinrichtungen. Die letzte Hinrichtung fand 1278 dort statt. Im Jahre 1805 wurde das Theater von Napoleon als Gefängnis für österreichische Gefangene benutzt, die die ehemalige Bühne zerstörten, um das Holz zum heizen nutzen zu können.

​In der Neuzeit kam das Theater erst wieder im Jahre 1913 zu Ehren. Man suchte eine Spielstätte, bei der Giuseppe Verdis hundertster Geburtstag gebührend gefeiert werden konnte mit der Aufführung der Oper Aida. Verantwortlich war vor allem der Dirigent Tullio Serafin, der sich auf die Suche nach einem passenden Gebäude begeben hatte. Die Bevölkerung war sofort von der Idee begeistert, in diesem Theater eine Oper aufzuführen, der Stadtrat war zunächst einmal dagegen, ließ sich aber am Ende doch umstimmen. Es war ursprünglich als einmaliges Event vorgesehen, allerdings hatte man damit einen so großen Erfolg, dass man beschloss, daraus ein jährlich wiederkehrendes Festival zu machen. Entgegen der schlechten Erwartungen war auch die Akustik in dem Theater sehr gut. Jetzt findet dieses Festival jedes Jahr von Juni bis August statt, gespielt werden unter anderem die Opern Carmen, La Traviata, natürlich Aida, Turandot oder Il Trovatore. Die größten Sänger der Welt haben hier gesungen, unter anderem Maria Callas. Viele der Opern wurden von dem legendären Regisseur Franco Zeffirelli inszeniert. Im Jahre 2013 wurde zum hundertjährigen Jubiläum der Festspiele die ursprüngliche Inszenierung der Oper Aida von Giuseppe Verdi gespielt, mit den originalen Kostümen und Bühnenbild.



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